Startschuss für 15 neue RAIN WORKER

Wissen, das wirkt: Wenn Erfahrung auf neue Perspektiven trifft

Vom 13. bis 17. April nahmen 15 engagierte Mitarbeiter*innen unserer neuen Projektpartnerorganisation White Ribbon Alliance Kenya an einem Anfänger*innentraining von THE RAIN WORKERS teil. Was diese Gruppe besonders machte: Hier saßen nicht nur Menschen mit Lernbereitschaft im Raum, sondern Fachkräfte mit direkter Erfahrung aus dem Gesundheitsbereich – darunter Pflegekräfte, Ärzt*innen, Community Health Promoter und weitere Multiplikator*innen.

Sie alle verbindet ein gemeinsames Ziel: Menschen in ihren Gemeinden besser zu informieren, Gesundheit zu stärken und tabuisierte Themen offen anzusprechen.

Dieses Training zeigte eindrucksvoll, wie wirksam der Ansatz von THE RAIN WORKERS ist, wenn Wissen auf praktische Erfahrung trifft.

Aufklärungsarbeit für den Alltag in den Gemeinden

Besonders intensiv beschäftigte sich die Gruppe, angeleitet von den Trainer*innen Esther Gitonga und Chrispine Okello – mit Themen, die in vielen Gemeinden hochaktuell sind:

  • HIV und AIDS

  • Verhütung und Familienplanung

  • Teenagerschwangerschaften

  • Sichere Mutterschaft

  • Geschlechtsbasierte Gewalt (GBV)

  • Weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

Da viele Teilnehmer*innen bereits täglich mit diesen Herausforderungen arbeiten, entstanden lebendige Diskussionen mit starkem Praxisbezug. Es ging nicht nur um Theorie – sondern um konkrete Lösungen für reale Situationen.

Schwierige Themen brauchen sichere Räume

Gerade sensible Themen wie Gleichberechtigung, Sexualität oder Schwangerschaftsabbruch lösten intensive Gespräche aus. Unterschiedliche kulturelle, religiöse und persönliche Sichtweisen wurden sichtbar.

Genau hier zeigt sich die Stärke von THE RAIN WORKERS: Trainings schaffen Räume, in denen offen gesprochen, respektvoll diskutiert und mit faktenbasiertem Wissen gearbeitet wird. Missverständnisse können geklärt, Mythen aufgelöst und neue Perspektiven eröffnet werden. So entsteht echte Veränderung – nicht durch Belehrung, sondern durch Dialog.

„Geschlechtergerechtigkeit, geschlechtsspezifische Gewalt (GBV) und sexuelle Rechte lösten die intensivste Auseinandersetzung aus, da die Teilnehmenden über die Theorie hinausgingen, persönliche Erfahrungen teilten und tief verankerte gesellschaftliche Normen hinterfragten“, so Chrispine Okello. „Ein wichtiger Durchbruch zeigte sich darin, wie die Teilnehmenden das erlernte Faktenwissen – zu Verhütungsmitteln, sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) und dem weiblichen Zyklus – mit der praktischen Anwendung in ihren Gemeinschaften verknüpften. Diese Verbindung aus persönlicher Reflexion und praktischem Wissen machte die Diskussionen besonders wirkungsvoll.“

Lernen, das Menschen aktiviert

Mit interaktiven Methoden wie Gruppenarbeiten, dem Privilege Walk und Visualisierungen sowie unseren partizipativen Materialien, den fünf TEACHING TOOLS, und Erfahrungsaustausch blieb das Training lebendig und praxisnah. Auch zunächst zurückhaltende Teilnehmer*innen fanden schnell ihren Platz. Durch wertschätzende Moderation, aktive Einbindung und eine offene Atmosphäre wuchs das Vertrauen innerhalb der Gruppe sichtbar.

„Was diese Schulung wirklich besonders machte, war die Gruppe selbst – eine engagierte Mischung aus Gesundheitsfachkräften und Gemeindemultiplikator*innen, die nicht nur lernten, sondern jede Einheit aktiv mit Perspektiven aus dem echten Leben bereicherten. Durch den Einsatz von Methoden wie dem Privilege Walk und der Body Traffic Light konnten wir sensible Themen in sichere, von Empathie geprägte Gespräche verwandeln. Selbst anfangs zurückhaltende Teilnehmende gewannen an Selbstvertrauen und wurden zu aktiven Mitgestalter*innen“, erzählt Chrispine Okello.

Besonders schön: Viele Energizer und Spiele wurden von den Teilnehmer*innen selbst angeleitet – ein Zeichen dafür, wie sehr die Gruppe Verantwortung übernahm und das Training mitgestaltete.

Ein großer Schritt für Chrispine

Das Training war auch der erste Einsatz von Chrispine als Co-Trainer. Mit großem Engagement unterstützte er das Team und sammelte wertvolle Erfahrung in seiner neuen Rolle. Damit wächst nicht nur Wissen in den Gemeinden – auch innerhalb von THE RAIN WORKERS entwickeln sich neue Trainer*innen weiter, wie er selbst sagt: „Die Übernahme der Rolle als Co-Trainer war sowohl bereichernd als auch förderlich für meine persönliche Entwicklung. Sie stärkte mein Vertrauen in die Moderation sensibler Themen und vertiefte meine Wertschätzung für Teamarbeit. Besonders erfüllend war es zu sehen, wie sich die Teilnehmenden öffneten und mit praktischem Wissen nach Hause gingen.“

Nachhaltige Aufklärungsarbeit

Alle 15 Teilnehmer*innen wurden als geeignet für das Training für Fortgeschrittene eingeschätzt. Sobald sie dieses absolviert haben, beginnt die Zeit, in der die RAIN WORKER, ihre neu erworbenen Kenntnisse weitertragen und selbst Outreaches organisieren und umsetzen. Das bedeutet: Dieses Wissen versickert nicht nach fünf Tagen. Es wird weitergetragen – in Gesundheitsstationen, Schulen, Gruppen und Dörfern.

Deine Spende hilft, solche Multiplikator*innen auszubilden. Menschen, die ihr Wissen weitergeben und langfristig Veränderung bewirken: unsere RAIN WORKER!

Danke, dass ihr diese Arbeit möglich macht.

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